Der Lebenszyklus

Inhaltlich handelt es sich beim Lebenszyklus um eine komplexe Erfassung des Seins, in allen Phasen der Entstehung. Ausgehend von dem Ableben eines Menschen entsteht zur selben Zeit wieder ein neues Leben, welchem das Publikum, während der gesamten Inszenierung beiwohnen kann.

Das Projekt selbst ist in vier Teile gegliedert. Teil eins „Das Erwachen“ beschäftigt sich mit dem Entstehen, der Geburt, dem Wachsen sowie der ersten Phase des Loslösens und der Entwicklung. Im Laufe des Stücks wird der Betrachter mitgenommen einzutauchen in die einzelnen Lebensabschnitte und Entwicklungsstufen eines fiktiven Menschen zum Künstler sowie der schöpferischen Geburt seiner Kunst.

Er durchlebt dabei das symbolische Ableben durch eine zeremonielle Verabschiedung. Parallel dazu das Entstehen von neuem Leben und die ersten Entwicklungsstufen. Als Zuseher durchlebt man auch den Ausbruch aus den Zwängen der Gesellschaft, in denen sich der Darsteller so eingeengt fühlt. Mit diesen ersten Phasen seiner Selbstfindung endet der Teil eins.

Im Laufe des gesamten Zyklus durchlebt der Betrachter den Werdegang des Menschen zum Künstler, beginnend bei seinem künstlerischen Ausbruch aus den Zwängen der Gesellschaft über die Selbstfindung, die Begegnung mit seiner Muse, den Höhepunkt seiner künstlerischen Schaffensphase, das Hinterfragen seiner Arbeiten, seine künstlerische Rückkehr bis hin zu seiner Reinigung.

Nach einem finalen künstlerischen Erguss endet der Zyklus mit dem Ableben des Künstlers. Zur selben Zeit entsteht bereits wieder ein neues Leben. Ich möchte dabei, mit diesem künstlerischen Aktionismus, sowohl den teilnehmenden Akteuren als auch den Zusehern, die Sinnlichkeit, damit meine ich das intensive Erfassen seines Umfelds mit all seinen Sinnen sowie die Abstraktionen jedes einzelnen Abschnitts des Lebenszyklus eines Künstlers und seiner Werke in dieser Inszenierung näherbringen und sie einladen sich mit diesem intensiven Werdegang auseinanderzusetzen und in sich aufzunehmen.

Als Rahmen eines großen Ganzen findet sich der Betrachter sofort mit einbezogen in dieses faszinierende Schauspiel. Durch die Farben der Bilder, durch die Klänge der Musik, durch die Düfte die freigesetzt werden sowie durch die Haptik der einzelnen Strukturen wird dieses Stück ein wahres Fest für die Sinne.

Wird beim Betrachten eines Bildes oder einer Skulptur nur ein Sinnesorgan angesprochen, so kann der Zuseher, wenn er die Offenheit besitzt und es zulässt, sich mit all seinen Sinnen in meine Welt mitreißen lassen und sich dem Moment der sinnlichen Wahrnehmung komplett hingeben.

Dabei entsteht dann ein Wandel der Perspektiven, der direkte Horizont verschmilzt und man taucht für einen kurzen Moment ein, in meine Welt, in die Welt der Boheme.